Durch Meditation in 8 Wochen zu einem besseren Gehirn – wissenschaftlich bewiesen

Ergebnisse einer Studie über Meditation zeigt den Zusammenhang in Bezug auf Aufmerksamkeit und Stress.

Die Teilnahme an einem acht Wochen Achtsamkeits- und Meditationsprogramm scheint messbare Veränderungen in den Gehirnregionen, die mit Gedächtnis, Selbstwertgefühl, Empathie und Stress verbunden sind, zu bewirken. In einer Studie, die bereits in der Januar (2011) Ausgabe des Magazins für Psychiatrie Forschung, „Psychiatry Research: Neuroimaging“ erschienen ist und welche von einem Team von Forschern des General Massachusetts Krankenhauses durchgeführt worden ist, gab es sehr interessante Forschungsergebnisse. Die Studie zeigt auf, dass sich durch Meditation nach einer gewissen Zeit, tatsächlich die Bereiche der grauen Gehirnmasse verändert.

„Obwohl die Praxis der Meditation normalerweise mit Ruhe und physischer Entspannung assoziiert wird, haben Praktiker schon lange behauptet, dass Meditation auch kognitive und psychologische Vorteile zur Verfügung stellen, die tatsächlich im Alltag praktisch genutzt werden können“, sagt die Leiterin und Autorin Sara Lazar des MGH Psychiatric Neuroimaging Research Program und Lehrerin an der Harvard Medical School für Psychologie. „Diese Studie demonstriert, dass Änderungen an der Gehirnstruktur zu den berichteten Verbesserungen geführt haben, und dass sich Leute nicht nur besser fühlen, weil sie Zeit mit Entspannung und Meditation verbracht haben.“ Konkret bedeutet dies, dass dieses sich besser fühlen nicht nur das Ergebnis der Meditation ist. Es bedeutet, dass durch die Meditation sich teile des Gehirns tatsächlich physisch verändert haben, was zur Folge hat, dass sich Menschen im Alltag besser fühlen.

Zur Wiederholung: Meditation führt dazu, dass sich Menschen besser fühlen. Regelmäßig durchgeführte Meditation führt dazu, dass sich im Gehirn Bereiche entwickeln und stärken, die dann primär dafür verantwortlich sind, dass wir uns besser fühlen, auch wenn wir nicht meditiert haben!

Gehirnscan

Frühere Studien von Lazar‘s Team und anderen fanden heraus, dass es Strukturunterschiede zwischen dem Gehirn von erfahrenen Meditationspraktikern und Menschen ohne jegliche Meditationserfahrung gibt. Es konnte eine Verdickung des Kortex, in den Gebieten die mit Aufmerksamkeit und emotionaler Integration assoziiert sind, beobachtet werden. Diese Beobachtungen müssen nun noch durch weitere Studien wissenschaftlich belegt werden.

Für die aktuelle Studie wurden Bilder des Gehirn per Magnetresonanztomographie (MRT) von den 16 Studienteilnehmer, zwei Wochen vor und nach der Teilnahme an dem acht Wochen „Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)“ Programm an der Universität von Massachusetts aufgenommen. Zusätzlich zu den wöchentlichen Sitzungen, welche praktische Aufmerksamkeitsmeditationen einschlossen – die sich auf nicht urteilendes Bewusstsein, Gefühle und die Gemütsverfassung konzentrierten – erhielten die Teilnehmer Audio Aufnahmen für geführte Meditationen und wurden gebeten, aufzuzeichnen wie viel Zeit sie täglich meditierten. Parallel dazu wurden zeitgleich MRT Aufnahmen der Kontrollgruppe aufgenommen, welche nicht meditierten.

Die Teilnehmer der Meditationsgruppe meditierten im Schnitt 27 Minuten pro Tag in die Meditations- und Aufmerksamkeitsübungen. Ebenso zeigten die Antworten, der Aufmerksamkeitsfragebögen während der Teilnahme, eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Antworten zu Beginn der Studie. Die Analyse der MRT Bilder, welche sich auf die Bereiche konzentrierte, welche mit Meditation assoziiert sind, zeigten Unterschiede zu früheren Studien. Es wurde eine höhere Dichte der grauen Gehirnmasse im Bereich des Hippokampus festgestellt, welcher wichtig für das Lernen und das Gedächtnis ist und in den Strukturen, die in Verbindung stehen mit Selbsterkenntnis, Mitgefühl und Selbstbeobachtung.

Die von den Teilnehmern berichtete Abnahme von Stress ging einher mit der Reduzierung der Dichte der grauen Gehirnmasse in der Amygdala, welche dafür bekannt ist, eine wichtige Rolle bei Angst und Stress zu spielen. Obwohl im Bereich der Insula (ein Bereich tief im Cerebralen Cortex), welche für das Selbstbewusstsein (sich selbst bewusst sein) steht und welche in früheren Studien entdeckt wurde, keine Veränderungen zu erkennen waren, schlagen die Autoren vor, längerfristige Meditationsstudien durchzuführen, um Veränderungen in diesem Bereich zu produzieren. Zeitgleich wurden bei der Kontrollgruppe keinerlei Veränderungen festgestellt, was daraufhin deutet, dass die Veränderungen, im Gehirn, der Testpersonen nicht einfach nur durch die vergangene Zeit entstanden sind, sondern eindeutig auf die Meditations- und Aufmerksamkeitsübungen zurückzuführen sind.

shutterstock_293275328_800px„Es ist faszinierend, die Plastizität des Gehirns zu sehen und dass wir durch Meditationen aktiv dazu beitragen können, das Gehirn zu verändern und dadurch in der Lage sind unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität steigern zu können,“ sagt Britta Hölzel, Erstautorin der Zeitung und wissenschaftliche Mitarbeiterin am MGH und der Universität Giessen in Deutschland. „Andere Studien mit unterschiedlichen Patientengruppen haben gezeigt, dass Meditationen signifikante Verbesserung bei verschiedenen Symptomen hervorbringen. Wir untersuchen nun die zugrunde liegenden Mechanismen im Gehirn, die solche Veränderungen ermöglichen und erleichtern.“

Amishi Jha eine Neurowissenschaftlerin an der Universität von Miami, untersuchte Einzelpersonen in extremen Stresssituationen und sagt, „Diese Ergebnisse beleuchten die Wirkmechanismen der auf Achtsamkeit beruhenden Trainings. Sie zeigen, dass die Erfahrungen der Erstteilnehmer nicht nur auf das direkte Erleben reduziert werden können, sondern dass tatsächlich eine strukturelle Veränderung der Amygdala aufgetreten ist. Eine Entdeckung welche die Türen zu vielen Möglichkeiten und weiteren Forschungen am MBSR öffnet, um gegen stressbedingte Störungen wie posttraumatische Belastungsstörungen zu schützen.“ Jha selbst war keine direkt Teilnehmende Wissenschaftlerin an der Studie.

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2 Kommentare auf "Durch Meditation in 8 Wochen zu einem besseren Gehirn – wissenschaftlich bewiesen"

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Eleonore Meuer

Hallo,
die Textinhalte finde ich tatsächlich zutreffend. Gerade bei Demenzkranken habe ich durch Meditationen mit Musik gute Wirkungen erzielt. Ähnliches Wirken geschieht durch Reiki Behandlungen. Ich freue mich dabei zu sein.
Gruß
Eleonore Meuer

Ulrike

Wird hier von Meditation allgemein gesprochen oder gibt es in der Richtung ein Angebot von DM Harmonics ?

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