Du hast nicht durchgehalten. Aber war das wirklich dein Fehler?
Es gibt Dinge, die man voller Überzeugung beginnt und trotzdem nicht zu Ende bringt. Ein neues Projekt, eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung, eine Weiterbildung, eine tägliche Routine oder irgendeine andere Veränderung, bei der man sich am Anfang ziemlich sicher war: Diesmal ziehe ich es durch.
Ein paar Wochen später sieht die Sache oft anders aus. Aus einem ausgelassenen Tag werden mehrere, andere Dinge werden wichtiger und irgendwann ist der ursprüngliche Plan praktisch verschwunden. Was übrig bleibt, ist häufig nicht nur ein abgebrochener Versuch, sondern auch eine Erklärung dafür: Ich bin offenbar nicht diszipliniert genug. Ich halte einfach nicht durch. Andere bekommen so etwas hin, ich nicht.
Diese Erklärung ist so vertraut, dass kaum noch jemand auf die Idee kommt, sie grundsätzlich infrage zu stellen. Aber woher wissen wir eigentlich, dass sie stimmt?
Warum suchen wir den Fehler fast immer beim Menschen?
Wenn jemand ein Programm abbricht, seine Vorsätze nicht durchhält oder trotz guter Absichten wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt, richtet sich der Blick fast automatisch auf die Person. War die Motivation groß genug? Hat sie sich ausreichend angestrengt? War sie konsequent genug?
Nur eine Frage wird erstaunlich selten gestellt: War der Weg überhaupt geeignet? Das klingt zunächst nach einer bequemen Ausrede. Schließlich kann man nicht für jeden Misserfolg die äußeren Umstände verantwortlich machen. Darum geht es auch gar nicht.
Spannend wird es an einer anderen Stelle. Wenn ein Mensch immer wieder enorme Willenskraft aufbringen muss, um überhaupt bei einer Methode zu bleiben, sagt das dann ausschließlich etwas über seinen Charakter aus? Oder sagt es auch etwas über die Methode?
Und wie würde sich unser Blick auf einen Abbruch verändern, wenn wir nicht zuerst fragen würden: „Warum hast du nicht durchgehalten?“, sondern: „Was hat den nächsten Schritt unnötig schwer gemacht?“ Das sind zwei völlig unterschiedliche Fragen.
Wir haben etwas entdeckt, das bisher fast niemand infrage stellt.
Menschen versuchen seit Jahren, disziplinierter, konsequenter und belastbarer zu werden. Wir haben uns stattdessen gefragt, warum das überhaupt ständig notwendig sein soll. Im Live-Webinar zeigen wir, wohin uns diese Frage geführt hat.
Kostenlos Platz sichernVier Menschen können dasselbe Ziel haben und trotzdem nicht denselben Weg brauchen
Nehmen wir vier Menschen, die dasselbe erreichen möchten. Sie erhalten denselben Plan, dieselben Aufgaben und dieselben Anweisungen. Auf den ersten Blick klingt das logisch und sogar fair. In der Praxis reagieren Menschen jedoch erstaunlich unterschiedlich auf genau dieselbe Vorgehensweise.
Einer möchte möglichst schnell anfangen und Ergebnisse sehen. Ein anderer will erst verstehen, warum etwas funktioniert, bevor er überhaupt bereit ist, sich darauf einzulassen. Ein dritter fühlt sich mit klaren Vorgaben wohl, während ein vierter genau bei diesen Vorgaben innerlich auf Widerstand schaltet.
Trotzdem behandeln viele Veränderungsprogramme sie so, als müssten alle vier lediglich dasselbe Verhalten lernen. Was bedeutet das für feste Tagespläne, 30-Tage-Challenges, tägliche Aufgaben und starre Routinen? Funktionieren sie wirklich für alle Menschen gleich gut oder funktionieren sie vor allem für diejenigen, deren Persönlichkeit ohnehin gut zu dieser Struktur passt?
Und wenn ein Mensch an einer Methode scheitert, die für einen völlig anderen Typ entwickelt wurde, wer ist dann eigentlich gescheitert: der Mensch oder die Methode?
Durchhalten klingt immer positiv. Aber ist es das wirklich?
Wir verbinden Durchhaltevermögen mit Stärke. Wer etwas konsequent weiterführt, gilt als diszipliniert und zielstrebig. Wer abbricht, muss sich dagegen schnell rechtfertigen. Dabei gibt es eine merkwürdige Konsequenz dieser Denkweise: Je schlechter ein Weg zu einem Menschen passt, desto mehr Disziplin müsste dieser Mensch aufbringen, um ihn trotzdem weiterzugehen.
Ist das tatsächlich ein Zeichen für eine gute Methode? Ein System, das nur funktioniert, solange jemand sich jeden Tag aufs Neue zwingt, könnte man schließlich auch ganz anders beurteilen. Man könnte fragen, warum es so viel Kraft benötigt, überhaupt darin zu bleiben.
Das heißt nicht, dass Veränderung immer bequem sein muss. Natürlich gibt es Widerstände, schwierige Phasen und Situationen, in denen Durchhalten wichtig ist. Die interessantere Frage lautet deshalb nicht, ob Disziplin grundsätzlich notwendig ist, sondern: Wie viel davon brauchen wir nur deshalb, weil der gewählte Weg unnötig schwer ist?
Ein Gedanke aus einem ganz anderen Bereich
In professionellen Ausbildungssystemen wäre es erstaunlich kurz gedacht, bei jedem schlechten Ergebnis ausschließlich den Schüler verantwortlich zu machen. Dort wird auch geprüft, ob Ausbildung, Methode, Reihenfolge und Vermittlung geeignet waren.
Übertragen wir diesen Gedanken auf persönliche Veränderung, wird es plötzlich unbequem. Warum ist es beim Lernen selbstverständlich, über die Qualität der Methode nachzudenken, während wir beim eigenen Leben so schnell zu dem Urteil kommen, wir seien einfach nicht diszipliniert genug?
Warum überprüfen wir Trainingspläne, Lernmethoden und technische Systeme, aber kaum die Methoden, mit denen Menschen versuchen, sich selbst zu verändern? Und was würde passieren, wenn man diese Logik konsequent weiterführt?
Scheitern ist kein Charakterurteil. Es kann Feedback über die Methode sein.
Aber woran erkennt man, wann tatsächlich mehr Konsequenz notwendig wäre und wann der Weg verändert werden müsste? Genau diese Unterscheidung wird interessant. Im einmaligen Live-Webinar gehen wir dieser Frage auf eine Weise nach, die wir so bisher nirgendwo gesehen haben.
Ich möchte beim Live-Webinar dabei seinWarum versuchen wir so oft, den Menschen an die Methode anzupassen?
Wenn etwas nicht funktioniert, fällt die Antwort erstaunlich häufig ähnlich aus. Mehr Motivation, mehr Struktur, stärkere Gewohnheiten, mehr Selbstkontrolle oder eben mehr Disziplin sollen das Problem lösen.
Dadurch entsteht ein merkwürdiger Kreislauf. Ein Mensch schafft es mit einer bestimmten Vorgehensweise nicht. Daraufhin bekommt er eine strengere Version derselben Vorgehensweise und soll sich nun stärker bemühen, damit diese endlich funktioniert. An welchem Punkt müsste man eigentlich aufhören, den Menschen zu optimieren, und beginnen, die Methode zu untersuchen?
Vera F. Birkenbihl hat beim Lernen immer wieder einen ähnlichen Gedanken verfolgt: Nicht der Schüler sollte sich möglichst gut an eine unnatürliche Lernmethode anpassen. Die Methode sollte berücksichtigen, wie Menschen tatsächlich lernen.
Überträgt man diesen Gedanken auf persönliche Veränderung, ergeben sich Fragen, die weit über Lernen hinausgehen. Wie müsste ein Programm aussehen, das nicht voraussetzt, dass jeder Mensch auf Druck gleich reagiert? Was müsste sich ändern, wenn Persönlichkeit nicht nur eine interessante Beschreibung ist, sondern tatsächlich Einfluss darauf hat, wie jemand Ziele verfolgt? Und müsste ein gutes System sogar unterschiedlich reagieren können, je nachdem, wer es benutzt?
Besonders interessant werden die schlechten Tage
An Tagen, an denen Motivation vorhanden ist und alles nach Plan läuft, funktionieren erstaunlich viele Methoden. Die Qualität eines Systems zeigt sich möglicherweise viel deutlicher an den anderen Tagen. Was passiert, wenn jemand müde ist, keine Lust hat, sich überfordert fühlt oder das Leben schlicht etwas anderes vorgesehen hat?
Genau dort beginnen viele Programme zu zerbrechen. Die Aufgabe bleibt dieselbe, obwohl sich die Situation verändert hat. Wer sie trotzdem erledigt, gilt als diszipliniert. Wer aussteigt, hat angeblich nicht genügend Durchhaltevermögen.
Aber müsste ein wirklich gutes System nicht gerade an dieser Stelle etwas anderes können? Sollte es stärker drücken oder sollte es sich anpassen? Braucht ein Mensch dann mehr Kontrolle oder mehr Freiheit? Ist ein kleinerer Schritt sinnvoller oder gerade ein größerer? Und könnte die Antwort bei vier Persönlichkeitstypen tatsächlich viermal unterschiedlich ausfallen?
Wir haben an der falschen Stelle gesucht
Je länger man diese Fragen verfolgt, desto schwieriger wird es, persönliches Scheitern ausschließlich als individuelles Problem zu betrachten. Natürlich trägt jeder Mensch Verantwortung für seine Entscheidungen. Doch Verantwortung bedeutet nicht automatisch, dass jede Methode funktionieren muss, wenn man sich nur genügend anstrengt.
Genau hier verändert sich die Perspektive. Der Mensch muss nicht lernen, immer besser in ein vorgegebenes System zu passen. Man kann auch die umgekehrte Frage stellen: Wie müsste ein System gestaltet sein, damit der Mensch darin tatsächlich weiterkommt?
Diese Frage klingt zunächst unspektakulär. Wenn man sie allerdings konsequent zu Ende denkt, verändert sie sehr viel: den Blick auf Disziplin, auf Motivation, auf Persönlichkeit, auf Abbrüche und sogar auf die Frage, was ein gutes Veränderungsprogramm überhaupt leisten müsste.
Wir zeigen etwas, das wir in dieser Form bisher noch nirgendwo gesehen haben.
Aus unterschiedlichen Persönlichkeitstypen, einem anderen Verständnis von Lernen und einem ungewöhnlichen Blick auf Scheitern ist ein Ansatz entstanden, der einige vertraute Regeln auf den Kopf stellt. Welche Regeln das sind und was wir stattdessen verändert haben, zeigen wir im Webinar.
Dieses Webinar findet nur einmal live statt.
Kostenlos zum Live-Webinar anmeldenEine Frage solltest du bis dahin mitnehmen
Denk einmal an etwas, das du unbedingt verändern wolltest und trotzdem irgendwann aufgegeben hast. Damals hattest du vermutlich ziemlich schnell eine Erklärung dafür, warum es nicht funktioniert hat: zu wenig Disziplin, zu wenig Ausdauer oder zu wenig Konsequenz.
Aber wie gründlich hast du damals eigentlich die andere Seite überprüft?





